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Gut hören - aber
schlecht verstehen
Immer mehr Menschen leiden
unter Alltagslärm
(mt) Die meisten
Menschen denken beim Stichwort "Hören" zunächst einmal nur an
eines: Die Ohren.
Tatsächlich sind
diese nur das erste Glied in der Kette:
Das eigentlich entscheidende Hör-Verstehen findet nicht an, sondern
zwischen den Ohren statt - im Gehirn. Rund zehn Millionen Menschen in
Deutschland weisen bereits an den Ohren deutliche Hörprobleme auf.
Der klassische Weg, dies allein durch eine Hörgeräteversorgung zu
lösen, greift oft zu kurz. Denn oftmals ist eben auch und gerade das
Hörverstehen zwischen den Ohren beeinträchtigt. In diesen Fällen hören
die Betroffenen dank Hörgeräte zwar wieder lauter, verstehen aber zu oft
noch immer nicht genug - vor allem dann, wenn sie in lärmerfüllter
Umgebung sind.
Aber auch
Menschen, deren Ohren noch einwandfrei funktionieren, haben immer
häufiger Probleme mit dem Hörverstehen. Gespräche im Restaurant, auf
der Familienfeier, im Großraumbüro - sie alle sind mit viel Anstrengung
und Konzentration verbunden. Und nicht selten bleibt die Information
dennoch auf der Strecke.
Die Folge: Sie
schalten zunehmend öfter einfach ab.
"Hörverstehen
beruht auf wichtigen Grundfunktionen im Gehirn", sagt Hörexperte Dr.
Reinhold Eichler, Facharzt für HNO-Heilkunde in Mannheim-Feudenheim. Seit
knapp zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Dr. Eichler mit Fragen von
Hören, Sprache und Kommunikation.
"Trotz guter
Intelligenz merken wir in zunehmendem Alter, dass uns das Verstehen vor
allem von Sprache in lauter Umgebung immer schwerer fällt." Die
Gründe dafür liegen oft im schleichenden Abbau wichtiger Grundfunktionen
der Hörverarbeitung im Gehirn", so Dr. Eichler weiter.
Die gute
Nachricht: Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass diesem Abbau
entgegengewirkt werden kann. Durch ein gezieltes Training lassen sich
Schlüsselfunktionen für sicheres Hörverstehen wieder aktivieren und
aufbauen.
Vor einem solchen
Training steht die Überprüfung des gegenwärtigen Leistungsstands des
Hörverstehens. Diese findet durch eigens hierzu qualifizierte
Hörexperten statt, die über spezielle Testsysteme zur Überprüfung des
zentralen Hörens im Gehirn verfügen. Je nach Ergebnis kann dann ein
individueller Trainingsplan festgelegt werden.
In einem sechs- bis achtwöchigen Training werden dort wichtige
Voraussetzungen für ein sicheres Hörverstehen neu aufgebaut.
Bereits Immanuel
Kant wusste "Nicht sehen trennt von Dingen, nicht hören trennt von
den Menschen".
Doch anders
als zu seiner Zeit gibt es heute Wege, dies zu ändern!
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